Seit längerem ist es im Gespräch, dass der 1.DEKZV, der sich bisher aus Einzelmitgliedern zusammensetzte, in einen Verband umstrukturiert werden soll, der aus einzelnen Vereinen besteht.
Auch wir von der Ortsgruppe Bielefeld machten uns zu diesem Thema so unsere Gedanken.
Da wir schon immer ein aktiverHaufen ware n, der mit Freude und Engagement viele Aktivitäten rund um sein Hobby (die Katzen) auf die Beine gestellt hat, entwickelte sich im Laufe der letzten Zeit die Idee und der Mut dazu, einen Katzenverein in Bielefeld zu gründen.
Unterstützt wurde der Gedanke zusätzlich durch Anfragen nach einem regionalen Katzenverein auf unseren gut besuchten Infoschauen.
Nun mussten Taten folgen, nach vielen Treffen und rauchenden Köpfen wurde schließlich im April 2004 der Verein "Rassekatzen - Bielefeld" ins Vereinsregister eingetragen.
Jeder Verein sollte ein Ziel vor Augen haben, unser oberstes Bestreben ist es:
Die familiäre Atmosphäre unserer Ortsgruppe sollte auch im Verein fortgeführt werden, des Weiteren ist die Kostenfrage ein wichtiger Punkt, für uns ist das ein ganz wichtiges Ziel, und das kann nur erreicht werden, wenn viele Aufgaben ehrenamtlich erledigt werden, und natürlich die gute Zusammenarbeit mit dem Verband, dem 1.DEKZV.
„Stammtisch der Dosenöffner“
– die Geschichte der Ortsgruppe Bielefeld -
Monat für Monat versammeln sich rund 20 Züchterinnen und Züchter im „Lerchenkrug“, fachsimpeln über ihre sieben verschiedenen Katzenrassen (zur Zeit Britisch Kurzhaar, German Rex, Heilige Birma, Maine Coon, Norwegische Waldkatze, Siam/Orientalen und Türkisch Angora - in alphabetischer Reihenfolge, damit sich keine Rasse benachteiligt fühlt), präsentieren besonders schöne Jungtiere, planen Ausstellungen oder erzählen sich einfach, was ihre Samtpfoten gerade wieder angestellt haben.
Der lebhafte Kreis kann bereits auf eine langjährige Geschichte zurückblicken. 1977 gründete der Birma-Züchter Karl Schümann die „Ortsgruppe Bielefeld im 1. Deutschen Edelkatzenzüchter-Verband e.V.“ (einer von damals nur zwei Verbänden – und der weitaus Ältere). Zunächst trafen sich die Katzenfreunde im Bielefelder Hotel Senker-Klein, dann in einem Ladenzentrum in Alt-Stieghorst, bevor sie nach zwei missglückten Probe-Essen in verschiedenen Lokalitäten („in einem wurde nicht mal geheizt“, erinnern sich die Überlebenden mit Schaudern) 1985 im Bielefelder „Lerchenkrug“ ein warmes Plätzchen für ihre Gruppentreffen fanden.
In den Anfangsjahren konzentrierte man sich auf Heilige Birmas, Siamesen/Orientalisch Kurzhaar sowie Perser. Anfang der 80er Jahre stieg Frau Wiesekopsieker (heute das „dienstälteste“ Mitglied der Ortsgruppe) dann auf „Europäisch Kurzhaar“ um, in der blauen Variante damals „Kartäuser“ genannt. (Heute firmiert diese Rasse unter der Bezeichnung „Britisch Kurzhaar“ und die „Briten-Züchterinnen“ bilden eine große Fraktion in der Gruppe.)
Nach Karl Schürmann hatte Helga Standop sechs Jahre lang den Vorsitz inne, eine Züchterin der Rassen Heilige Birma und Britisch Kurzhaar. Zu ihrem Nachfolger wurde der Schotte Stewart Anderson gewählt, der den Klassiker von Roy Robinson „Genetik für Katzenzüchter“ ins Deutsche übersetzt hatte. Seine Favoriten: Siam/Orientalisch Kurzhaar.
Ihm folgte der Perserzüchter Schilling und eine rege Phase mit vielen Tierarzt-Vorträgen und zahlreichen Gästen bei den Gruppenabenden. Leider fand diese frühe Blütezeit ein jähes Ende, als der 1. DEKZV in große Schwierigkeiten geriet und sich die Meinungen teilten, ob man ihm die Stange halten oder in einen neu gegründeten Dachverband wechseln sollte. Nach einer spannenden Kampfabstimmung erklärte sich dann die Mehrheit solidarisch mit ihrem alteingesessenen Verband. Eine Teilgruppe rief zunächst eine alternative Runde ins Leben und verschmolz dann mit dem Herforder Katzenstammtisch, bei dem sich überwiegend Züchterinnen aus freien Vereinen treffen.
Die „Daheimgebliebenen“ erfuhren Ende 1986 eine Renaissance mit der neuen Gruppenvorsitzenden Schwester Edith, die zunächst auch Chinchilla-Perser sowie Heilige Birmas züchtete, bevor sie sich auf Türkisch Angora spezialisierte. Mit ihr begann ein Zeitalter der Kontinuität: Zehn Jahre lang engagierte sie sich in diesem Amt. 1987 organisierte sie ein Möbellager für die Info-Show zum zehnjährigen Bestehen der Gruppe – dekoriert mit der Vernissage einer Malerin zum Thema „Leben mit Katzen“ (noch heute eine Art Motto der Bielefelder Katzenfreunde). Es gab sogar einen Katalog für die Ausstellung – „damals noch ein handgeschriebenes Heftchen“.
In den 80er Jahren wurde die Rassenvielfalt in der Gruppe durch Semilanghaar-Katzen bunter: Freunde der frisch von der „Federation Internationale Feline“ (F.I.Fe) anerkannten Maine Coons stießen dazu, später auch der erste Züchter Norwegischer Waldkatzen. Während viele Perserzüchter aus Altersgründen ihr Hobby aufgaben und diese Rasse zur Zeit gar nicht mehr in der Ortsgruppe vertreten ist, erfreuten sich die erwähnten kräftigen „Briten“ immer größerer Beliebtheit und zogen auch Nachwuchszüchterinnen an. Der „Klassiker“ Siam/Orientalen blieb der Gruppe stets erhalten.
1992 beging der „Lerchenkrug“ sein 100jähriges Bestehen und die Ortsgruppe feierte mit einer Info-Show in ihrer Stammkneipe mit. Weitere Info-Ausstellungen folgten in einem Altenheim in der Detmolder Straße sowie im Bürgerhaus am Siegfriedsplatz.
Ein großes gesellschaftliches Ereignis stellten auch stets die Genetik-Seminare dar, die alle paar Jahre anberaumt wurden: Kaum eine Zuchtausschuß-Obfrau des 1. DEKZV ließ es sich nehmen, vor der Ortsgruppe zu referieren und kaum ein Vereinsmitglied fehlte bei der Weiterbildung – ob Neuling oder alter Hase. Die einen gierten nach Grundkenntnissen („lilacfarbene Katze mit Creme-Kater, äh, was könnte da alles fallen?“), die anderen nach Trends aus dem Verband.
1997 gab Schwester Edith die Staffel der Vorsitzenden an Frau Roscher weiter, mit der sie auch die Liebe zu den Angora-Katzen teilte. Die Bielefelder Ortsgruppe entwickelte sich entgegen der Tendenz vieler anderer Gruppen im DEKZV, die häufig überaltern und schließlich „einschlafen“: Häufig stießen auch jüngere Katzenfreunde zunächst als Gäste zu den Treffen und wagten sich dann als Mitglieder an den ersten Wurf.
Gestärkt wurde die Gemeinschaft durch jährliche Rituale wie das Grillfest im Sommer, die Kür der „erfolgreichsten Ausstellungskatze des Jahres“, das Grünkohlessen im „Lerchenkrug“ oder das „besondere Weihnachtsessen“ in verschiedenen Restaurants. Für den Sommer 2002 stand zum 25jährigen Ortsgruppen-Jubiläum natürlich ein besonders Fest an – Gäste waren willkommen!
Angesichts des Wahlspruchs „nichts hält eine Gruppe so gut zusammen wie gemeinsam zu essen und gemeinsam zu arbeiten“ organisierten die Mitglieder gerne große Ausstellungen. Hintergrund: Veranstalter ist zwar immer der 1. DEKZV, aber die ortsansässige Gruppe richtet das Event aus und stellt die Helferinnen. Veranstaltungsorte waren bislang Gütersloh, Osnabrück, Bad Salzuflen, Bielefeld und Stadthagen sowie zweimal die Ostwestfalenhalle in Kaunitz.
Zwei Ausstellungen verlangten den Katzenfans einiges an Improvisationskunst ab: In Bad Salzuflen herrschten draußen ausgerechnet extreme Minusgrade – dafür aber kamen mehr als 6.000 Besucher und warteten in langen Schlangen, die Rassekatzen sehen zu dürfen. Die Bielefelder Blumengroßmarkthalle schließlich war für rund 220 Tiere vorgesehen – der 1. DEKZV überraschte dann mit 440 Anmeldungen für die stark erwärmte Halle. Die Richterinnen hatten vor einer Glasfront in der Hitze ganze Arbeit zu leisten! Aber auch hier war der Besucherandrang groß und Züchter reisten aus Holland und Dänemark ebenso an wie dem Frankfurter Raum an. 2002 engagierte sich die Ortsgruppe bei der Februar-Ausstellung in Lübbecke.
Parallel dazu organisierte die Gruppe seit 1998 kleinere Info-Shows u. a. im Bielefelder Maxi-Zoo – stets mit der „Wahl zum Publikumsliebling des Tages“. Die dort zur Information ausliegenden Vereins-Broschüren mit Auskünften über Rassen Katzenhaltung und Züchterinnen wurden mit jeder Auflage schöner und bunter und heimsten bereits Lob vom Verband ein.
2003 übernahm Frau Wiesekopsieker dann der Vorsitz, und ein Teil der Mitglieder gründete dann, nach langen Vorbereitungen im Jahr 2004 den Verein " Rassekatzen - Bielefeld e.V. "
Was natürlich nicht heißt, dass der "Stammtisch der Dosenöffner" aufgelöst ist.
Der Stammtisch findet jeden letzten Donnerstag im Monat ab 19.30 Uhr im Gasthaus Mühlenweg, Oelkerstr. 25 Bielefeld Hillegossen statt
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