Cornish Rex

 
 

 

In Deutschland ist die „zweitälteste“ Rexvariante eine der seltensten – vielleicht liegt es daran, dass deutsche Katzenliebhaber gern Katzen haben, die „etwas hermachen“, also besonders groß oder besonders stämmig sind, wie die Maine Coon oder Britisch Kurzhaar.

Dabei ist die Cornish Rex mit ihrer superschlanken Figur sehr attraktiv. Man sagt dieser Katzenrasse nach, sie habe die längsten Beine aller Katzen. Mit den langen Beinen, dem geraden Kopfprofil, den großen Ohren und dem langen Körper, an den ein sehr langer Schwanz gehört, ähneln sie sehr einem Mannequin.

Am attraktivsten aber ist, wie bei allen Rexkatzen, das Fell: Ein watteweiches, gewelltes oder gelocktes Haarkleid haben sie alle, und daran erkennt sie auch der „Laie“. Dieses Fell kann man nicht wieder loslassen, Rexfans sagen nicht ohne Grund, es mache süchtig!

Zu diesem Streichelfell kommt ein tolles Wesen: Sehr menschenbezogen und schmusig, immer mit witzigen Einfällen „gesegnet“, temperamentvoll und intelligent, aber nicht nervös oder „abgehoben“!

Cornish Rex werden sehr alt, behalten aber das jugendliche Temperament bis ins hohe Alter.

Die erste Cornish Rex – oder besser „der“, denn es war ein Kater, wurde 1950 auf einem Bauernhof in Cornwall geboren. Der auffällige kleine Kater bekam den Namen „Kallibunker“, seine Besitzerin nahm wegen des Lockenfells mit einem Genetiker Kontakt auf, der ihr zunächst mal vorschlug, diese Fellvariante „Rex“ zu nennen – die Textur ist die gleiche wie bei den Rexkaninchen, die seit den zwanziger Jahren bekannt sind. Aber er half auch praktisch, indem er vorschlug, dieses Katerchen mit seiner Mutter zurückzukreuzen, um den Erbgang dieser Mutation festzustellen.

Aus dieser „Rückpaarung“ fielen wieder gelockte Kätzchen. Kallibunker wurde nicht sehr alt, sein Sohn „Poldhu“ war eine Rarität in zweierlei Hinsicht: Er war gelockt und er war blauschildpatt auf weiß und fruchtbar, hatte also eine Farbe, die sonst in der Katzenwelt den Damen vorbehalten ist. Kater in dieser Farbe sind fast immer unfruchtbar.

Leider wurde ihm diese Farbe zum Verhängnis: Man wollte feststellen, warum er dreifarbig und fruchtbar war, bei dieser Operation wurde er aus Versehen sterilisiert.

Aber er hatte ja schon Nachkommen gezeugt, mit denen die Zucht weitergeführt wurde. Als erste Paarungspartner wurden Burmesen und Hauskatzen genommen, später wurde so massiv Britisch Kurzhaar eingekreuzt, dass der schlanke, elegante Körpertyp verloren ging.

Man bekam ihn durch den Import von Kallibunkers Nachfahren wieder, die nach USA verkauft worden waren, ebenso wie durch die Einkreuzung von Russisch Blau und später auch Siamkatzen.

Heute sind die „Sünden“ der Anfangsjahre vergessen, die Rasse stellt sich sehr einheitlich in ihrer edlen, schlanken Form dar. Es sind alle Farben anerkannt. Die Anerkennung durch die FIFe erfolgte 1968, nachdem feststand, dass es sich um eine andere Variante als die später entdeckte Devon Rex handelte.

Quellen:
BI-Lexikon der Rassekatzen von Claudia Müller-Girard 1988
Rexkatzen von Siegfried und Inge Wöllner 1983